Vor den Klassensprecher:innenwahlen zum Schuljahresbeginn müssen sich alle SuS mit dem Selbstverständnis einer Interessenvertretung, den Aufgaben und der Arbeitsweise einer SV beschäftigen. Wir schlagen dafür mindestens 1 x 45 min - optimalerweise 2 x 45 min - vor, die im Klassenverband und im regulären Unterricht durchgeführt werden. Angeleitet werden die Schüler:innen von dem/der Klassenlehrer:in. Das Netzwerk erarbeitet dafür ein Muster Curriculum und stellt eine Toolbox zur Verfügung. Im Fokus stehen u.a. die Rechte und Pflichten gemäß Berliner Schulgesetz, die Aufgaben und das Selbstverständnis von Klassensprecher:innen, aber eben auch die Beteiligungsstrukturen auf Bezirks- und Landesebene.
Alle SVen müssen pro Schuljahr die Möglichkeit haben, an einem SV-Seminar (SV-Tag(e) oder SV-Fahrt) mindestens eintägig bei einem freien Träger und/oder mindestens an einem SV-Tag und/oder an einer mehrtägigen SV-Fahrt an einer Berliner Jugendbildungsstätte teilzunehmen. Die Kosten müssen im Schulbudget dafür jährlich fest eingeplant werden
Des Weiteren erhält jede Berliner Schule ein festes SV-Budget. Dies ermöglicht Schüler:innen, eigenständig Projekte zu initiieren und fördert zugleich die Partizipation im Schulalltag. Wir schlagen dabei vor, dass dieses Budget selbst von den SVen verwaltet wird und Vertrauenslehrkräfte oder Schulsozialarbeiter:innen nur die Kontrolle der Belege und die Sicherstellung der Einhaltung der gesetzlichen Richtlinien übernehmen. Das Budget soll sich an den Vorgaben anderer Bundesländer orientieren. So werden z.B. in NRW 50 Cent pro Schüler:in als Berechnungsgrundlage veranschlagt (mindestens 300€ bis 500 Schüler:nnen)
Dem Amt Klassensprecher:in muss Wertschätzung entgegengebracht werden, daher soll es verpflichtend auf dem Zeugnis vermerkt werden.
Schüler:innen müssen in den Schul-Gremien begleitet werden. Altersentsprechend müssen SuS informiert und eingebunden werden. Auch sollten Schüler:innen eine festen Mindestredeanteil in den Gesamteltern-, Gesamtlehrkräfte- und Schulkonferenz.
Alle Lehrer:innen müssen im Rahmen der Pflichtfortbildungen (BliQ) ein Modul Partizipation von SuS (SV-Arbeit) in Schule belegen. Diese Schulung ist im zentralen Fortbildungskalender ausreichend vorzuhalten.
Sukzessive muss der Bereich Mitbestimmung an Schulen in der Lehrer:innenausbildung (Referandariat und Studium) als Pflichtveranstaltung eingeführt werden.
SV-Begleitung setzt sich aus einem multiprofessionellen Team zusammen, dem ausreichend Zeitressourcen für die Begleitung zur Verfügung stehen. Die SV-Begleiter:innen sind wichtige Partner:innen, um Schüler:innen auf dem Weg zu einer selbstständigen und wirksamen SV zu begleiten und anzuleiten. SV-Begleiter:innen müssen für die Begleitung der SVen feste Abminderungsstunden bekommen.
Die Gremienarbeit muss an den Bedarf und Möglichkeiten von Schulen, insbesondere Oberstufenzentren und berufliche Schulen, Anpassungsmöglichkeiten bieten.
Die Gestaltung der SV-Arbeit sollte durch externe und interne Akteure mitgetragen und begleitet werden.
SV soll an Gesprächen mit der Schulinspektion beteiligt werden.
SV-Arbeit muss fest im Stundenplan verankert werden. Als Basis soll der Klassenrat als erstes Beteiligungsgremium gelten (ebenfalls feste Verankerung möglich).
Die Stadtbezirke müssen den BSA strukturell und inhaltlich begleiten. Darüber hinaus soll der BSA durch feste Ansprechpartner:innen in Bezirksentscheidungen.
Demokratiebildung und Mitbestimmung im Rahmen der SV-Arbeit muss an den Grundschulen gestärkt werden.
Die SV-Sitzungen müssen 2 x monatlich stattfinden, für mindestens 2 Schulstunden. Dies ist im Schulgesetz festzuschreiben.
Schulen müssen ein Partizipationskonzept / Beteiligungskonzept entwickeln, umsetzen und (extern) evaluieren lassen.
Gesetzliche Grundlage (Recht auf Beteiligung gem. Kinderrechte §12 und §13) Gesetzgeber muss das Umsetzen!
Umsetzung des Klassenrats als Beteiligungselement (gem. §84a Berliner Schulgesetz)
Fortlaufende Schulentwicklung mit unter der Beteiligung von SuS
Schulprogramme/-leitbilder müssen Beteiligung und Partizipation enthalten.
Evaluieren und ihre Ergebnisse veröffentlichen